Ihr Produktionsunternehmen möchte auf Elektroantrieb umstellen, erhält aber aufgrund von Netzengpässen keine zusätzliche Leistung? Entdecken Sie Lösungen im Rahmen Ihres bestehenden Netzanschlusses.
Ihr Produktionsunternehmen möchte auf Elektromobilität umsteigen: Prozesse elektrifizieren, Fahrzeuge aufladen, vielleicht eigene Solarenergie nutzen. Doch aufgrund von Netzengpässen erhalten Sie keine zusätzliche Anschlussleistung. Anträge stocken, die Wartezeiten sind lang, und unterdessen muss Ihre Produktion zuverlässig weiterlaufen. Stillstand oder teure Notstromaggregate neben der Fabrik sind keine attraktive Perspektive.
In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie Ihre bestehende Stromversorgung dennoch elektrifizieren können – durch den intelligenten Einsatz von Energiemanagement und Industriebatterien. Wir richten uns speziell an Produktionsunternehmen in den Niederlanden und orientieren uns an der Praxis im Betrieb. Weitere Hintergrundinformationen zur Industrie finden Sie auch auf der Seite „Industrie“.
Was ist, wenn Ihr Produktionsbetrieb auf Elektroantrieb umstellen möchte, aber keine zusätzliche Leistung erhält?
Sie möchten Ihr Produktionsunternehmen elektrifizieren: Elektroöfen, neue Wärmepumpen, zusätzliche Ladestationen auf dem Gelände. Der Business Case stimmt, die Technik ist klar – aber vom Netzbetreiber hören Sie: „Keine zusätzlichen Übertragungskapazitäten, Sie kommen auf die Warteliste.“ Was nun?
Das ist die Realität der Netzüberlastung: Das Stromnetz in Ihrer Region ist zu Spitzenzeiten so ausgelastet, dass der Netzbetreiber keine höhere Anschlussleistung oder einen stärkeren Anschluss zulassen darf. Keine zusätzliche Leistung bedeutet in der Praxis, dass Sie Ihre Produktion nicht weiter auf das Netz ausweiten können, selbst wenn Sie in Elektrifizierung, Ladeinfrastruktur oder neue Maschinen investieren möchten.
Für Produktionsunternehmen hat dies unmittelbare Auswirkungen auf:
- Wachstum: Neue Linien, zusätzliche Schichten oder weitere Ladestationen werden eingeschränkt.
- Nachhaltigkeit: Die Elektrifizierung und die Speicherung von Solarenergie scheinen ins Stocken zu geraten.
- Gesetzliche und interne Ziele: Die CO₂-Reduzierung und die Energieeinsparung müssen auf jeden Fall fortgesetzt werden.
Wichtig zu wissen: Ein „Nein“ des Netzbetreibers ist kein „Nein“ zur Elektrifizierung. Hinter dem Zähler haben Sie oft mehr Spielraum, als Sie denken. Mit intelligentem Energiemanagement, Spitzenlastabdeckung und beispielsweise einer Industriebatterie können Sie im Rahmen Ihres bestehenden Anschlusses manchmal überraschend viel erreichen.
Eine ausführliche Erläuterung der Ursachen und Arten von Netzengpässen findest du auf der Seite „Netzengpässe“, aber hier konzentrieren wir uns vor allem auf folgende Fragen: Was bedeutet das konkret für dein Produktionsunternehmen, und welche Transportwege stehen dir noch zur Verfügung?
Elektrifizierung im Rahmen Ihres bestehenden Anschlusses: die wichtigsten Vorgehensweisen
Die Elektrifizierung im Rahmen Ihres bestehenden Anschlusses erfordert einen intelligenten Umgang mit der Kapazität, über die Sie tatsächlich verfügen. Anstatt sofort an eine Leistungserhöhung zu denken, können Sie in der Produktion verschiedene Maßnahmen kombinieren, um Spitzenlasten auszugleichen, die Netzbelastung zu verringern und dennoch mehr elektrische Antriebe oder Wärme aufzunehmen.
1. Spitzenverbrauch senken und verteilen
In vielen Fertigungs- und Prozessbetrieben kommt es zu Leistungsspitzen, weil Anlagen gleichzeitig hochgefahren werden oder in derselben Schicht laufen. Konkret sind beispielsweise folgende Fälle zu nennen:
- Prozessplanung: Großverbraucher (Öfen, Kompressoren, große Pumpen) schrittweise einschalten, anstatt alle um 7:00 Uhr.
- Intelligente Sollwerte: Beispielsweise sollten nicht alle Elektromotoren mit maximaler Leistung laufen, wenn dies aus prozesstechnischer Sicht nicht erforderlich ist.
- Wartung und Optimierung: Der Austausch veralteter, ineffizienter Antriebe durch moderne Varianten mit Frequenzumrichtern kann die Spitzenleistung begrenzen.
Dies ist oft der erste, relativ einfache Schritt, um innerhalb Ihres bestehenden Anschlusses Platz zu schaffen.
2. Industriebatterie zur Spitzenlastabdeckung
Mit einer Industriebatterie in Form eines Energiespeicher-Containers oder -Schranks können Sie Spitzenlastabdeckung (Peak Shaving) nutzen. Die Batterie lädt sich auf, wenn Ihr Verbrauch gering ist, und gibt in den kurzen Momenten, in denen Ihre Produktion Spitzenwerte erreicht, wieder Leistung ab. In der Praxis macht sich dies beispielsweise bemerkbar bei:
- gleichzeitiger Start mehrerer Produktionslinien;
- Reinigungs- oder Spülgänge mit hohem Strombedarf;
- Probebetrieb neuer Anlagen.
So bleibt der Netzanschluss „stabil“, während Ihre Maschinen genau das erhalten, was sie benötigen. Weitere Informationen zu Anwendungen bei Netzüberlastung finden Sie auf der Seite „Netzüberlastung“.
3. Kombination mit eigener Stromerzeugung
Wenn Sie Solarmodule auf dem Dach oder auf Ihrem Grundstück haben, können Sie diese mit einer Batterie kombinieren. Tagsüber versorgt der erzeugte Strom direkt Ihre Produktion; Überschüsse speichern Sie für die spätere Nutzung, beispielsweise für Nachmittags- oder Abendschichten. Dies senkt Ihren Netzbezug zu Spitzenzeiten und trägt zur Entlastung des Netzes bei. In manchen Fällen können Sie damit sogar Teile Ihres Geländes als netzunabhängiges Mikronetz betreiben, beispielsweise eine abgelegene Halle oder eine Testanlage.
4. Das Energiemanagementsystem (EMS) als Steuerungsinstrument
Ein Energiemanagementsystem steuert Anlagen, Stromerzeugung und Batterien auf der Grundlage gemessener und prognostizierter Lasten intelligent. Dazu gehören beispielsweise:
- automatische Verlagerung nicht kritischer Prozesse in ruhigere Stunden;
- Begrenzung der Tragfähigkeit für den innerbetrieblichen Transport, während sich ein Ofen aufheizt;
- Steuerung der Batterie, um Spitzenlasten abzufangen, ohne dass die Bediener ständig eingreifen müssen.
In Kombination mit einer Industriebatterie, wie beispielsweise den Lösungen, die Boltainer für die Industrie anbietet (Industriesektor), verwandeln Sie Ihren Anschluss in ein aktiv gesteuertes Energiesystem, das eine stärkere Elektrifizierung ermöglicht, ohne dass ein leistungsstärkerer Anschluss erforderlich ist.
So funktioniert Peak Shaving mit einer Industriebatterie für Produktionsunternehmen
Eine Industriebatterie dient als vorübergehende „virtuelle“ Zusatzleistung, ohne dass Ihr Netzanschluss zusätzlich belastet wird. Sie bleiben innerhalb Ihrer vertraglich vereinbarten Leistung, können aber dennoch leistungsstärkere oder zusätzliche elektrische Anlagen einsetzen.
Grundprinzip: Laden bei Lastabfall, Entladen bei Lastspitzen
Eine Batterie zur Spitzenlastabdeckung wird strategisch über das Energiemanagement gesteuert:
- Lastmessung Das System misst kontinuierlich den Stromverbrauch Ihres Produktionsbetriebs auf Viertelstunden- oder Sekundenbasis.
- Laden bei geringer Last oder eigener Stromerzeugung
- Außerhalb der Spitzenlastzeiten (z. B. nachts oder am Wochenende) wird der Energiespeicher-Container oder der Energiespeicher-Schrank langsam aufgeladen.
- Haben Sie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach? Dann kann die Batterie auch mit überschüssiger Solarenergie aufgeladen werden.
- Entladung in Spitzenzeiten Sobald die gemessene Last sich Ihrer vertraglich vereinbarten Leistung nähert, liefert die Batterie blitzschnell zusätzliche Leistung. Die Netzentnahme bleibt unter dem vereinbarten Grenzwert: Das ist Spitzenausgleich.
- Automatische Regelung: Die Abstimmung zwischen Netz, Batterie und Verbrauchern erfolgt automatisch über ein intelligentes Energiemanagement. Ihre Mitarbeiter müssen sich im Tagesgeschäft kaum darum kümmern.
Beispiel aus der Praxis
Bei einer bestehenden Boltainer-Anlage in einem Industrieunternehmen wird das gleichzeitige Anlaufen großer Motoren und Öfen durch eine Batterie im Megawattbereich ausgeglichen. Dadurch bleibt die gemessene Netzbelastung unter der vertraglich vereinbarten Leistung, während mehrere Produktionslinien gleichzeitig laufen können. [Erforderlich: von einem Ingenieur überprüfte Berechnung]
Typische Situationen in Produktionsbetrieben
- Gleichzeitiges Anlaufen von Kompressoren, Ventilatoren und Pumpen
- Einfüllen in Öfen oder Induktionsheizgeräte
- Kurze, aber hohe Spitzenwerte durch Prüfstände oder Pressen
Ohne Batterie führen solche Momente zu teuren Spitzenpreisen oder zur Notwendigkeit einer Leistungserhöhung. Durch „Peak Shaving“ werden diese Spitzen „abgeflacht“.
Konkret für Ihr Werk: Was bringt das?
- Spielraum für zusätzliche Maschinen im Rahmen derselben Vertragsleistung.
- Geringere Kosten für Spitzenleistung und besser vorhersehbare Energiekosten.
- Geringere Abhängigkeit von Netzausbaumaßnahmen und kürzere Markteinführungszeiten für neue Produktlinien.
- Netzentlastung, da Sie Ihre eigenen Spitzenlasten abfedern und mehr selbst erzeugten Strom selbst nutzen.
Weitere technische Hintergrundinformationen zur Skalierbarkeit im Megawattbereich und zur Verfügbarkeit finden Sie in der Erläuterung zur Industriebatterie für die Industrie.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für Ihren Elektrifizierungsplan bei Netzengpässen
Ein guter Elektrifizierungsplan bei Netzengpässen beginnt mit einer klaren Struktur. Der folgende Schritt-für-Schritt-Leitfaden hilft Ihnen dabei, im Rahmen Ihres bestehenden Anschlusses zu bleiben und gleichzeitig Raum für Wachstum zu schaffen.
Schritt 1: Einblick in die Viertelstundenwerte und die Spitzenlast
Sammeln Sie die Viertelstundenwerte Ihres Hauptanschlusses für mindestens 12 Monate. Analysieren Sie:
- zu welcher Tageszeit deine Spitzenwerte auftreten;
- welche Linien, Maschinen oder Ladestationen dafür zuständig sind;
- Unterschiede zwischen Werktagen und Wochenendtagen oder Jahreszeiten.
Ohne dieses Profil ist jeder weitere Schritt reine Spekulation.
Schritt 2: Erfassen Sie alle Elektrifizierungsmaßnahmen
Erfassen Sie alle geplanten Maßnahmen, zum Beispiel:
- neue elektrische Maschinen oder Öfen;
- Ladeinfrastruktur für Gabelstapler, Nutzfahrzeuge oder Lkw;
- Elektrische Warmwasserbereiter oder Wärmepumpen.
Notieren Sie für jede Maßnahme die erwartete Leistung und die Betriebszeiten (Dauerbetrieb, Schichtbetrieb, nur tagsüber usw.).
Schritt 3: Simulieren Sie den zukünftigen Energiebedarf
Kombinieren Sie Ihre aktuellen Viertelstundenwerte mit der erwarteten Nachfrage durch neue Anlagen. So sehen Sie:
- bei denen der maximale Auftragswert überschritten wird;
- welche Stunden strukturell knapp werden;
- ob es Spielraum gibt, Lasten auf Nebenzeiten zu verlagern.
[Erforderlich: Von einem Ingenieur geprüfte Übersicht über die verwendeten Analysewerkzeuge]
Schritt 4: Prüfung von Maßnahmen hinter dem Zähler
Erfahren Sie, wie Sie Engpässe ohne zusätzliche Netzleistung beheben können, zum Beispiel mit:
- eine Industriebatterie (z. B. ein Energiespeicher-Container oder -Schrank) zur Spitzenlastabdeckung;
- intelligente Prozesssteuerung (Batch-Betrieb, Verschiebung von Wasch- und Trocknungsprozessen, Beladung in Nebenzeiten);
- Eigenproduktion, beispielsweise aus Sonnenenergie, in Kombination mit Speichermöglichkeiten, um die Sonnenenergie später nutzen zu können.
Schritt 5: Business Case und Erlösmodelle
Erarbeiten Sie mehrere Szenarien (z. B. „nur Prozesssteuerung“ vs. „Batterie + Prozesssteuerung“). Berücksichtigen Sie dabei mögliche Fördermittel und das „Slim“-Ertragsmodell für die Nutzung von Flexibilität.
Schließen Sie den Prozess mit einer maßgeschneiderten Analyse gemeinsam mit einem Spezialisten wie Boltainer ab. Dieser kann gemeinsam mit Ihnen prüfen, welche Batterielösung und Ladeinfrastruktur zu Ihrem Produktionsbetrieb und Ihrem Netzanschluss passt. Sie können sich hierfür unverbindlich für ein unverbindliches Beratungsgespräch melden.
Häufig gestellte Fragen
Das liegt häufig an einer Netzüberlastung: Das regionale Stromnetz verfügt vorübergehend nicht über ausreichende Übertragungskapazitäten, um Ihre zusätzliche Spitzenleistung sicher zu liefern. Netzbetreiber müssen zunächst das bestehende Netz ausbauen, bevor sie neue oder leistungsstärkere Anschlüsse genehmigen können. Auf der Seite zum Thema Netzengpässe erfahren Sie, wie dies in den Niederlanden zu Wartezeiten und Einschränkungen führt, was Pläne zur Elektrifizierung und zum Ausbau der Stromerzeugung erheblich verzögern kann.
Können wir unsere Produktion dennoch ausweiten, ohne einen stärkeren Netzanschluss zu benötigen?
In vielen Fällen ist dies möglich, indem Sie Ihre Spitzenlast durch intelligentes Energiemanagement senken oder verschieben. Eine Industriebatterie kann Spitzenlasten abfedern (Peak Shaving), Ihren Netzanschluss entlasten und bei zusätzlichen Produktionsläufen vorübergehend als netzunabhängiges Mikronetz fungieren. Auf den Seiten „Industrie“ und „Industriebatterie“ erfahren Sie, wie die Speicherung in einem Energiespeicher-Container oder -Schrank in der Praxis eingesetzt wird.
Ab wann ist eine Industriebatterie für mein Werk interessant?
Eine Batterie wird vor allem dann interessant, wenn Ihre Spitzenleistung hoch ist, Ihr Netzanschluss jedoch nicht erweitert werden kann und Produktionsausfälle unmittelbar spürbare Kosten oder Umsatzverluste verursachen. In diesem Fall kann eine Batterie Spitzenlasten glätten, Maschinen und Ladeinfrastruktur intelligenter steuern und die eigene Solarenergie besser nutzen. Die auf „Industriële batterij“ aufgeführten Anwendungsfälle und Vorteile vermitteln einen guten Eindruck davon, wann die Speicherung Teil des Business Case wird.
Wie schnell lässt sich eine solche Lösung umsetzen?
In der Regel durchlaufen Sie drei Phasen: eine Analyse der Verbrauchsprofile und Spitzenlasten, eine technische und finanzielle Planung sowie anschließend die Installation und Inbetriebnahme vor Ort. Die genaue Dauer hängt von der Größe Ihrer Anlage, den gewünschten Anbindungen (wie Ladeplätze oder PV) und den Genehmigungen ab. Auf den Seiten „Industrie“ und „Intelligentes Ertragsmodell“ können Sie sehen, dass vergleichbare Lösungen bei anderen Unternehmen bereits im Einsatz sind.
Fordern Sie unverbindlich einen Beratungsbericht für Ihr Produktionsunternehmen zum Thema Elektrifizierung bei Netzengpässen an und finden Sie heraus, welche Batterie- und Energiemanagementlösung zu Ihrem aktuellen Netzanschluss passt.